Die traditionsreichste deutsche Rennveranstaltung
Mit einer
Geschichte, die bis in das Jahr 1922 zurückreicht, ist das ADAC Eifelrennen die
traditionsreichste Motorsportveranstaltung Deutschlands. Es steht mit einer
Reihe von bisher 66 Veranstaltungen innerhalb von 81 Jahren auf einer Stufe mit
Klassikern wie den Großen Preisen von Deutschland, Frankreich, Italien oder
Monaco, dem 24 Stunden-Rennen in Le Mans oder dem 500 Meilen-Rennen in Indianapolis.
Mit dem Eifelrennen sind Namen und Ereignisse, Automobile und Motorräder sowie
unzählige Anekdoten verbunden, die Geschichte schrieben.
Ab 1922 wurden unter dem Titel „ADAC Eifelrundfahrt" bis 1926 vier Rennen rund um
Nideggen ausgetragen. Mit der Eröffnung des Nürburgrings im Jahr 1927
„verlegte" der damalige Veranstalter, der ADAC Rheinland (Vorläufer des
heutigen ADAC Nordrhein), sein Rennen auf die neue Rennstrecke und gab ihm den
Namen „ADAC Eifelrennen". Bis heute hat das Eifelrennen seinen festen Platz im
Terminkalender des Nürburgrings - bis 1974 starteten jeweils Motorräder und
Automobile, seitdem „nur" noch die „Vierräder". Nicht vergessen werden soll,
dass das Eifelrennen in den Jahren 1965, 1968, 1970, 1972 und 1974 zur
Motorrad-Straßen-Weltmeisterschaft zählte.
Caracciola wurde nach dem Premierensieg
unsterblich
Bei der Premieren-Veranstaltung im Jahr 1927 waren Rudolf Caracciola bei den
Automobilen und Toni Bauhofer bei den Motorrädern die Schnellsten. Caracciola
erarbeitete sich in den folgenden Jahren als Erster den Titel „Meister des
Nürburgrings". Seine Widersacher in der Eifel stellen das Who-is-who der
damaligen Top-Piloten dar. Louis Chiron, Tazio Nuvolari, Bernd Rosemeyer, Hans
Stuck oder Hermann Lang waren nur einige der Stars der frühen Tage. Auch die
Weltwirtschaftskrise Ende 1920er- und Anfang der 1930er-Jahre kann in den
Annalen des Rennens nachgelesen werden - ebenso die Geburt der Silberpfeile,
die legendäre Duelle zwischen den Grand-Prix-Rennwagen von Auto Union und Mercedes-Benz
während der Vereinnahmung des Rennens durch den Nationalsozialismus in den
Jahren 1934 bis 1939 und das jähe Ende mit Kriegsbeginn.
Die Motorrad-Stars bestimmten nach dem Krieg das
Renngeschehen
In den
ersten Nachkriegsjahren war es zunächst der Motorradsport, der beim Eifelrennen
die Hauptrolle spielte, einmal weil Auto Union und Mercedes nicht starteten,
zum zweiten, weil Zweirad-Vorkriegs-Asse wie zum Beispiel Georg „Schorsch"
Meier auf BMW oder die Motorrad-Weltmeister Rupert Hollaus und Werner Haas auf
NSU bei den Motorrädern gewannen. Außerdem bildete - ganz typisch für die Zeit
des Wiederaufbaus - der Sport auf zwei Rädern die preisgünstigere und
(zumindest zeitweise) populärere Variante.
Seit den 60er-Jahren: Motorrad- und Formel-2-Mekka
Mitte der
1950er-Jahre ging der Motorradboom allmählich zu Ende. Auch das Eifelrennen
bekam nach 1955 (Mercedes startete mit einem Werksteam und Formel-1-Weltmeister
Juan Manuel Fangio gewann das Sportwagen-Rennen) Probleme. Ein Neuanfang war
nötig. Aus den Formel-Junior-Rennen 1959 im Rahmenprogramm entwickelte sich
dann das Rennformat, das fast 20 Jahre lang erfolgreich Bestand hatte: Die neue
Formel 2 stand von 1964 bis 1983 beim Eifelrennen im Mittelpunkt. Zu den
Protagonisten gehörten unter anderem Jim Clark und Jochen Rindt, Jackie Stewart
und Jochen Mass, Marc Surer und Thierry Boutsen.
Deutsche Rennsport-Meisterschaft und DTM waren die
Zugpferde der 70er und 80er
Parallel zur
Formel 2 entwickelte sich ab den 1970er-Jahren ein weiteres Zugpferd, das später
zu einer weiteren Blütezeit des Eifelrennens führte: Sport- und Tourenwagen
zogen nun die Fans an der Strecke in ihren Bann. Wieder hatte das Eifelrennen
eine Schlüsselstellung, denn hier ging im Jahr 1972 das erste Rennen der
Deutschen Rennsport-Meisterschaft über die Piste. Sie etablierte sich als
Topklasse im nationalen (und später im internationalen) Motorsport, ab 1986 war
das Eifelrennen ein Lauf zur Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM). 16
Jahre lang war das Rennen Top-Event der Racer mit „Dach über dem Kopf":
zunächst für die DTM, später für ITC und STW (Supertourenwagen).
Mit dem
Beginn des 21. Jahrhunderts brach diese Tradition ab. Das Eifelrennen wurde
zuletzt 2004 als Sportwagenrennen im Rahmen der LMES (Le Mans Endurance Series)
ausgetragen und kehrte damit zurück zu seinen Wurzeln als Sportwagen-Rennen -
wie 1927 bei der ersten Austragung.
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